* Phantom Metro *

ger24 Belgien ist vermutlich die Hochburg der Verlassenheit in Westeuropa. Immer wenn man denkt, man hat schon alles gesehen, kommt ein Kumpel um die Ecke und hat wieder was Interessantes, was man noch nicht kennt. Diesesmal eine Metro-Bahnstrecke, die seit rund 30 Jahren vor sich hin gammelt – und noch nie in Betrieb war!

Die Story

Belgische Großstädte sind meistens nicht gerade für ihre Schönheit bekannt. Das wird jeder bestätigen können, der dort schonmal unterwegs war. Das gilt natürlich auch für unser heutiges Ziel. Ende der 1960er Jahre war der Großraum dieser Stadt von zwei verschiedenen Bahnbetreibern erschlossen. Da beide Netze und ihre Züge veraltet waren, beschloss man den Neubau einer Stadtbahn, die einen Innenstadtring sowie acht Äste in die Außenbezirke umfassen sollte. Die vollständige Inbetriebnahme war für 1992 geplant.

Durch die Wirtschaftskrisen der 1980er Jahre wurde das Projekt direkt betroffen. Die neugebaute Metro-Infrastruktur konnte nicht mehr so genutzt werden, wie es ursprünglich vorgesehen war. Das führte dazu, dass komplett fertiggestellte Teilstrecken bis heute nicht in Betrieb genommen wurden, und die Bauarbeiten an im Rohbau befindlichen Streckenteilen eingestellt wurden.

Zuletzt wurde 2012 ein kleines Teilstück in Betrieb genommen. Die derzeit noch ungenutzten Teile werden wohl für unbestimmte Zeit weiter verrotten.

Die Erkundung

Der hier vorgestellte Streckenabschnitt wurde bereits in den 1980er Jahren betriebsbereit fertiggestellt, aber niemals produktiv genutzt. Die Strecke verfällt mitsamt ihrer Bahnhöfe seither immer mehr und ist stetes Opfer von Vandalen. Um die Strecke im ursprünglich geplanten Umfang in Betrieb nehmen zu können, wären mindestens 50 Millionen Euro notwendig – in der aktuellen Situation ein Ding der Unmöglichkeit.

Von den insgesamt vier Bahnhöfen haben wir auf unserer Tour zwei besucht und abgelichtet. Einen dritten (komplett unterirdisch) werden wir wohl auf einer zukünftigen Tour noch besuchen. Werbetafeln, Rolltreppen, Kassenhäuschen, Toilettengebäude – alles wurde vollständig vandalisiert. Man kann nur den Kopf schütteln, wenn man so eine Verschwendung sieht.

Was uns bei unserer Tour auffiel, war, dass die Gleise sehr ordentlich und sauber wirkten. Im Nachhinein konnte ich recherchieren, dass die Strecke zeitweise für Ausbildungsfahrten von Lokführern genutzt wird – dies sollte man berücksichtigen, falls man die Strecke und die Bahnhöfe erkunden will, und bevorzugt aufs Wochenende ausweichen.

Besucht: April 2016

uk24 Belgium is probably the kingdom of abandonment in Western Europe. Everytime you think you have seen anything interesting, a friend comes around the corner with a „new“ location. This time it was an abandoned metro railroad that is rotting for some 30 years – and has never been in use!

The Story

Major belgian cities are not really known for their beauty. I think everybody who has been touring around there will confirm this. Ofcourse this applies to our target location of today. By the end of the 1960s, the greater area of this city was served by two different railroad companies. The rail network and the cars were already old and in bad state, so the city government decided to build a new Metro railroad network that should be comprised of an inner ring and eight branches to the suburbs. Completion and full service was planned for 1992.

Due to the economic crises of the 1980s, the Metro project was directly affected. The new-built infrastructure could not be used as it was planned. This lead to the situation, that completed branches were never put in use, and other parts, still bare concrete shells, were never completed.

In 2012, a final small part was put in service. All remaining parts that are still not in use will stay in this condition for unknown time.

The exploration

The part of the Metro network I show you here, was finalized in the 1980s, but never put into service. The whole branch with its four stations is decaying ever since and is permanent victim of vandalism. To repair all the damage and put the branch into service, the city would have to invest around 50 million Euros – which is impossible.

On our tour, we discovered two of the four abandoned stations. A third station (which is completely subground) will be explored on another tour. Advertising signs, escalators, ticket booths, toilets – absolutely everything has been completely vandalized. You can only close your eyes when you see all that waste of values.

When we were walking around in the stations, we noticed that the tracks were relatively clean and in good shape. Afterwards, I was able to investigate that the branch is sometimes used as learning track for the engine drivers school. You should remember this when you go on tour there. Probably it’s safest to visit on weekend.

Visited: April 2016

Station 1:
Station 2:
Daniel W. Bittner, Thomas Suchy, Patricia Leyder, Andrea Bienert, Vicky Uebach, Patricia Schuster, Konrad Earl Grey Funke, Ann-Christin Kasper, Andrea Onnouw, Adam Sojka, Marcel Maggi Maginno, Tom Khate, Sabrina Fenique-Helfen, Samira Phoenix, Onno J. Beier, Patrick Becker, Ronny Marx, Daria Berlin, Mathias Kasper gefällt dieser Artikel