* Hasard Cheratte *

ger24 Das Bergwerk Hasard Cheratte ist (ähnlich wie Chateau Noisy) eine der bekanntesten Locations in Belgien, wo ich es 2015 auch endlich mal hingeschafft habe.

Die Geschichte

Der erste Bergwerksschacht wurde an dieser Stelle im Jahre 1850 gegraben. Nach einem Unfall 1877 wurde er wieder geschlossen. 30 Jahre später, im Jahre 1907, wurde der bestehende Schacht wieder in Betrieb genommen und bis auf 420m Tiefe vorgetrieben.

Die Betreibergesellschaft beschloss den Bau eines gemauerten Förderturms (der erste in Belgien). 1920 wurde die Waschkaue erbaut und ein zweiter Schacht angehauen, der mit einem stählernen Förderturm ausgerüstet wurde. 1927 wurde dieser etwas abseits liegende Belle-Fleur-Schacht mit einem Stahlbeton-Turm ausgestattet, dieser wurde dazu verwendet, Förderschlämme an die Oberfläche zu bringen.

Ein dritter Schacht mit einem weiteren Förderturm aus Beton wurde zwischen 1927 und 1947 erbaut und betrieben. Die Fördermaschine sollte oben im Turm eingebaut werden, es stellte sich aber heraus, dass hierdurch die Förderleistung nicht ausreichen würde, daher wurde eine stärkere Fördermaschine auf Bodenhöhe installiert. Der ältere, gemauerte Schacht wurde außer Betrieb genommen und sein Anbau in Sozialräume für die Arbeiter mit Duschen und Umkleiden umgebaut.

Die erfolgreichste Zeit des Bergwerks waren die 1930er Jahre, als bis zu 1500 Menschen dort arbeiteten. Zum Zeitpunkt der Stillegung im Oktober 1977 waren noch etwa 600 Arbeiter dort beschäftigt.

Teile der Anlage stehen unter Denkmalschutz, und seit etwa 30 Jahren ist das gesamte Areal steter Quell für Kontroversen in der Politik. Aktueller Stand ist, dass im Jahre 2016 mit dem Abriss mehrerer Gebäude begonnen werden sollte – aber bisher ist nichts passiert.

Etwa einen halben Kilometer vom Minengelände entfernt befindet sich das zugehörige Schloss Hasard Cheratte, wo früher vermutlich die Chefetage residierte. Dieses ist ebenfalls in stark zerfallenem Zustand, wenngleich man erkennen kann, dass es Bemühungen um den Erhalt gibt. Aber wie so häufig, wurden hier wohl ebenfalls die Arbeiten aus Geldmangel eingestellt.

Die Erkundung

Hasard Cheratte ist schon etwas besonderes – eigentlich ist die gesamte Location vollkommen ruiniert und verdreckt. Aber trotzdem sehr interessant zu erkunden. Die Architektur der einzelnen Gebäude ist komplett unterschiedlich, und an vielen Stellen fühlt man sich in die Vergangenheit zurück versetzt.

Man ist dort eigentlich nie alleine, die Location ist derart bekannt, dass vermutlich immer Leute dort anzutreffen sind. Trotzdem ist die Erkundung überaus spannend – man muss allerdings stets die Augen offenhalten und vorsichtig vorgehen, da an vielen Stellen tiefe Löcher, verrottete Treppen und ähnliches auf einen warten. Ein falscher Schritt, und der Notarzt darf Überstunden machen.

Das gilt sowohl für das Minengelände, wie auch für das Schloss.

Besucht: Oktober 2015

uk24 The Hasard Cheratte coal mine is one of the best known location in Belgium – just like Chateau Noisy.

The History

The first mine shaft was dug here in 1850. After an accident in 1877, it was shut down. 30 years later, in 1907, the shaft was put into operation again and was dug down to 420 meters.

The company decided to build a brick headframe (the first in Belgium). In 1920, the washhouse was built and a second mine was opened. It was equipped with a concrete headframe and used for extracting tailings to the surface.

A third shaft with a concrete headframe tower was built between 1927 and 1947. It was discovered that the planned extraction machine at the top would be too weak, so it was decided to built a much stronger machine at ground level. The older brick-made headframe tower was shut down and its additional building was converted to showers and locker rooms for the workers.

The mine’s heyday was in the 1930s, when there were more than 1500 workers employed. At the time of its closure in October 1977, there were some 600 workers left.

Parts of the location are protected under monument laws. Since the past 30 years, the mine was a constant source for political controversies about what to do with it. The last news said that a partly demolition is planned for 2016 – but for now, nothing happened.

Some half kilometer away from the mine you find the Hasard Cheratte castle. Probably, the bosses of the mine resided here. The castle is in state of advanced decay, despite there are visible conservation works done. As it is the usual case in Belgium, the works were stopped at some point, mostly because of financial problems.

The Exploration

Hasard Cheratte is a somewhat special location – the whole thing is completely ruined and full of dirt and waste. Nevertheless, it is a fascinating explore. Most buildings have a completely different architecture, and in many places you feel like you are send back into the past.

You are probably never alone there on your tour. The location is very well known, and so there are always people on the spot. The exploration is much fun and excitement, but you have to be very careful and keep your eyes open. There are deep holes, rotten stairs and other dangers all around. One wrong step and the emergency team can work overtime.

This applies to the mine as well as to the castle.

Visited: October 2015

 

Mine:

Chateau:

Jochen Hartkorn, Marcel Maggi Maginno, Vicky Uebach, Ronny Marx, Ado Recktenwald, Dave Ryan gefällt dieser Artikel